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Ein kleines Märchen   

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Ein kleines Märchen  

1996 begannen sechs Jungs auf einem Platz in Monheim Hockey zu spielen. Da das Fahren auf dem gepflasterten Untergrund mit den Rollschuhen bzw. Inlinern eher unangenehm war und der Ball ständig versprang, wichen sie schnell auf den geteerten Parkplatz vor einem Getränkemarkt an der Niederstraße aus. Ein Glücksfall, denn die kleine Gruppe geriet so schnell in den Fokus von interessierten Passanten und die Spielerzahl wuchs stetig an. Weiterhin nutze man die Gegebenheiten vor Ort: Palletten wurden zu Banden oder mit Teichfolie zu Toren umfunktioniert.


Ein weiterer Zufall ebnete den Weg zur Vereinsgründung: Ein Mitschüler eines Spielers war zu der Zeit bei den Langenfeld Devils aktiv. Durch ihn erfuhr man, dass der Sport unter dem Begriff Skaterhockey organisiert im Ligabetrieb gespielt wird. Kurzerhand wurde 1997 entschlossen einen eigenen Verein zu gründen. Allerdings war eine eigene Halle und ein Dachverein nötig. Mit der SGM wurden sich die Spieler schnell einig, doch es bestanden aufgrund der Schläger und Inliner Bedenken zur Hallennutzung. Letztlich waren es Nenad Borzic und Wolfgang Lambertz, die mit einem Gutachten und unter „Androhung“ eines Abwanderns in eine Nachbarstadt beim damaligen Bürgermeister Hans-Dieter Kursawe vorstellig wurden. Durch ihn und die Mithilfe von Wolfgang Mansen vom Stadt-Sportamt wurde die Sandberghalle an der Gesamtschule schließlich zur Heimstätte auserkoren.

Jetzt musste noch ein Name her: Mustangs und Roosters standen zur Wahl, doch bei einem Besuch an der Brehmstraße scherzte man wegen des dort herrschenden Geruchs über den Namen Skunks. Aus Jux wurde Ernst, die SG Monheim Skunks waren geboren.
Für einen anständigen Ligabetrieb bedurfte es aber noch einiger weiterer Dinge: Neben offiziell ausgebildeten Schiedsrichtern, Zeitnehmern und Trainern benötigte man auch zugelassene Tore, Spielfeldmarkierungen und Trikots. Hier fanden sich schnell Freiwillige und neben einigen Sponsoren mit der SGM der Hauptkostenträger.
Im Hintergrund fungierte zunächst Borzic als Abteilungsleiter, später lange Jahre Friedhelm Vierus gefolgt von Gregor Terwesten und Clemens Mayer. Heute lenkt Mathias Müller die Geschicke des Vereins. Zudem sorgen bei den Heimspielen bis heute viele Spielermütter mit diversen Leckereien, wie zum Beispiel Kaffee, Kuchen oder Würstchen, für das leibliche Wohl der Zuschauertribüne. Ermöglicht wird dies durch den Förderverein der Skunks, der z.B. die Trikots bezuschusst oder Teile der neuen Banden organisiert hat.

Da die Herrenmannschaft zunächst einmal Erfahrung sammeln wollte, spielte sie die ersten zwei Jahre unter der Leitung von Coach Klaus Windler in der Nordrhein Hockey Liga. Thorsten Murawa fuhr zweigleisig und nahm neben dem Trainerposten der Skunks-Jugend im offiziellen Ligabetrieb der ISHD auch die Aufgabe eines Verteidigers, später die des zweiten Torwarts, bei den Herren wahr. Als später altersbedingt zusätzlich eine Juniorenmannschaft nötig wurde, agierte hier Herrenverteidiger Nenad Borzic in der Funktion des Coaches.

Nach zwei Spielzeiten im oberen Drittel der Tabelle wurde schließlich auch die Herrenmannschaft bei der ISHD gemeldet. Es folgten Jahre der Aufs und Abs. Die Herren kamen nie über die Regionalliga hinaus. Nach Abgang von Klaus Windler wurde das Amt des Trainers kurz von Markus Harscheidt aus Langenfeld übernommen, anschließend von Spielern in Doppelfunktion. 2002 folgte Ralf Meyers, unter dessen Leitung die Skunks 2002 im Relegationsturnier den Wiederaufstieg aus der Landes- in die Regionalliga schafften. Dies war wohl bezüglich Spannung und Fanunterstützung eine der schönsten Erinnerungen in der Skunkshistorie. Dadurch kam es auch zur Ehrung zur Mannschaft des Jahres durch Bürgermeister Thomas Dünchheim im Jahre 2003. Kaum weniger schön waren die Wiederaufstiege in die Regionalliga ohne eine einzige Niederlage in der Saison 2008. Gleichzeitig wurden die Herren 2008 als beste Mannschaft des Kreises Mettmann gekürt und in den folgenden Jahren zunächst zu einer festen Größe in der Regionalliga. Abermals folgte jedoch der Abstieg in die Landesliga, wo man umgehend 2012 als Meister den Wiederaufstieg schaffte. Anschließend zerbrach das Team jedoch leider und man meldete in der Saison 2013 enttäuschender Weise vom Ligabetrieb ab. 2014 formierte man sich aber wieder und wurde 2015 wieder Meister der Landesliga Rheinland.

2007 wurde mit den 69ers zusätzlich eine Hobbymannschaft gegründet. Hier spielen seitdem ehemalige Herrenspieler und „Ungelernte“ jeden Mittwoch und Sonntag freundschaftlich miteinander. Damen sind ebenfalls willkommen.

Als 2014 der Nachwuchs zuneige ging und auch die Herren als letzte gemeldete Mannschaft der Skunks drohten sich aufzulösen, waren es Jörg Büttgen und Michael Kamp der Hobbymannschaft, die mit ihrem Einsatz die Kehrtwende brachten: Mit dem eigenen Nachwuchs, Kindern aus der Nachbarschaft und viel Werbung gelang es den Beiden im Bambini-, Schüler- und Jugendbereich jeweils eine Mannschaft auf die Beine zu stellen. Auch alte Bekannte aus der „Urmannschaft“ stehen seitdem Büttgen und Kamp als Trainer zur Seite. So kümmern sich Thorsten Murawa und Christian Caspari um das Torwart- und Techniktraining. Die Herrenspieler Tobias Schilling und Nico Römer bringen die Jugend auf Kurs. Mittlerweile verfügen diese drei Mannschaften über 50 Kinder. Eine gesunde Basis um später auch die Herrenmannschaft durch genügend Talente wieder mit Masse zu füllen, denn diese hat zurzeit mit Personalmangel zu kämpfen.

Mittlerweile gibt es ein weiteres Highlight auf der Habenseite: Mit den Bombers aus Marlbork (Polen) existiert seit diesem Jahr eine Partnerschaft. Geplant ist, dass im Wechsel in Monheim und Marlbork Turniere mit weiteren Gastmannschaften aus dem jeweils gastgebenden Land abgehalten werden. Dieses Jahr waren beide Städte bereits Ausrichter und alle Teilnehmer hatten großen Spaß an diesem hoffentlich lange währenden Format.

Christian Caspari, im September 2017

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